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Rückblick bis heute

Sonderausstellung 6. November 2008 bis 29. März 2009

Nacht in Küsnacht

In der Nacht sind nicht alle Katzen grau ...

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wer alles arbeitet, während die meisten Menschen bereits oder immer noch schlafen? Nicht nur der Bäcker und der Zeitungsverträger stehen früh auf – es ist erstaunlich, wie viele weitere Berufsleute Nachtarbeit leisten oder in der Nacht im Bereitschaftsdienst stehen. Auch in Küsnacht wird zwischen 23 Uhr und 6 Uhr nicht nur geschlafen. Das Ortsmuseum Küsnacht überrascht mit einem besonderen Porträt der Gemeinde und setzt die aktive, berufliche Seite der Nacht ins Zentrum der Sonderausstellung „Nacht in Küsnacht“. Die Ausstellung lüftet den Nachtvorhang und ermöglicht verschiedene Einblicke in die vielfältige küsnächtliche Arbeitswelt.

Dunkel war’s

Für Nachtarbeit oder nächtlichen Bereitschaftsdienst gibt es verschiedene Gründe. So soll z.B. die Sicherheit und Gesundheit auch nachts gewährleistet sein. Andererseits sind vor allem im 20. und 21. Jahrhundert unsere Ansprüche betreffend unterschiedlichen Dienstleistungen sowie Konsum und Freizeit stetig gewachsen. Einst war die Nacht fast ausschliesslich mit Ruhe und Schlaf verbunden. Die Industrialisierung mit der Entwicklung der künstlichen Beleuchtung hat aber die Grenzen zwischen Tag und Nacht in den letzten 150 Jahren immer mehr verwischt. Dies hat Folgen auf den Lebensrhythmus, die Arbeit und die Freizeit sowie auf unsere Erwartungshaltung an verschiedene Dienstleistungen. Wir leben immer mehr in einer „Rund-umdie-Uhr“-Gesellschaft. In den meisten Industriegesellschaften muss deshalb ca. ein Viertel der Beschäftigten zu Nachtarbeit bereit sein. Die wenigsten von ihnen arbeiten allerdings ausschliesslich nachts.
 

Von Sichern über Betreuen bis zu Verpflegen

Die Ausstellung zeigt am Beispiel der Gemeinde Küsnacht auf, für welche Bedürfnisse und Produkte Nachtarbeit geleistet wird und welche Berufe damit verbunden sind. Verschiedene Personen sichern, retten, pflegen, betreuen, verpflegen, beherbergen, versorgen, unterhalten oder befördern Menschen oder erschaffen Produkte in Küsnacht auch nachts, während die meisten anderen Leute schlafen oder ihre Freizeit verbringen. So lebt in Küsnacht z.B. ein Berufsfischer, der um 3 Uhr mit dem Boot zu seinen Netzen ausrückt. Auf dem Weg zum See könnte er unter Umständen einer selbständig arbeitenden Hebamme begegnen, da Hausgeburten häufig zwischen 2 Uhr und 3 Uhr anfangen. Während der Eismeister der Kunsteisbahn samstags das Eis gereinigt und nach Mitternacht Feierabend hat, beginnt der Bäcker gerade mit seiner Arbeits-Nacht. Und ab 5.30 Uhr sind in rund zehn von ca. 29 landwirtschaftlichen Betrieben in Küsnacht die Bauern im Melkstand an der Arbeit.

Das Ortsmuseum Küsnacht macht in der Ausstellung den Tag zur Nacht: in einer nächtlichen Atmosphäre zeigt es mit verschiedenen Mitteln einzelne Beispiele von nachtaktiven Küsnachter Berufsleuten. Fotos, Installationen und Texte ermöglichen eine abwechslungsreiche Annäherung ans Thema. Zudem zeigt ein kurzer Videofilm den Besucherinnen und Besuchern die nächtlichen Küsnachter Strassen und gibt ihnen zugleich Einblick in die Nachtarbeit eines Taxifahrers. Eine Übersicht mit verschiedenen nachtaktiven Berufen weist darauf hin, wie vielfältig das küsnächtliche Arbeitsleben ist. Und nicht zuletzt kommen auch einige nachtaktive Berufsleute in Schrift und Ton zu Wort. Sie erzählen z.B. was sie an der Nachtarbeit mögen und was sie uns für Wachhaltetipps geben können.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie im Medientext, Flyer und im Rahmenprogramm:

 
Flyer_OMK_SA2008.09_Nacht.pdf 760 KB
Impressum_OMK_SA2008.09_Nacht.pdf 35 KB
Medientext_OMK_SA2008.09_Nacht.pdf 29 KB